Schatten im Paradies
Vom Reichtum des Landes kommt den meisten Menschen nichts an. Papua-Neuguinea sucht seinen Weg.
Das Wappentier von Papua-Neuguinea ist der Paradiesvogel. Tatsächlich, der Inselstaat im Pazifik erscheint wie ein Paradies: tropische Sandstrände und unerforschte Bergregionen, riesige Regenwälder und reiche Bodenschätze, eine Sprachenvielfalt wie sonst
kaum auf der Welt.
Aber das Paradies hat Schattenseiten: Vom
Reichtum des Landes kommt bei den meisten Menschen nichts an.
Und nun müssen viele Inselbewohner auch noch gegen die Folgen
des Klimawandels kämpfen.
 | | Foto: NMZ /mk |
Nach dem Pro-Kopf-Einkommen gehört Papua-Neuguinea zu den ärmsten Ländern der Erde.
Im Boden lagern zwar Kupfer, Gold oder Öl. Doch der Abbau nützt ausländischen Unternehmen mehr als der einheimischen Bevölkerung.
Vier von fünf Menschen leben in Dorfgemeinschaften auf dem Land. Was sie zum Leben brauchen, bauen sie in Gärten an. Die wenigsten Orte sind ans Stromnetz angeschlossen. Viele Dörfer sind nur zu Fuß erreichen, der nächste Gesundheitsposten oder die nächste Schule ist oft weit entfernt.
Flucht in die Stadt
 | | Foto: NMZ /mk |
Mehr als 40 Prozent der Menschen können nicht lesen und schreiben. Bezahlte Jobs gibt es in den Dörfern kaum. Viele junge Menschen entscheiden sich wegzugehen, eine Bewegung in die Städte.
Viele Landflüchtlinge leben in einfachen Hütten, in illegalen Siedlungen an den Ausfallstraßen der Städte.
Weil die Regierung die wild wuchernden Viertel nicht genehmigt hat, sorgt sie auch nicht für die Infrastruktur.
Sauberes Trinkwasser, Abwasserkanäle oder medizinische Versorgung - es fehlt an allem.
Die Hoffnung auf einen bezahlten Job in der Stadt erfüllt sich nur selten.
Kriminalität, Drogenhandel und Prostitution nehmen zu.
Die Regierung schafft es kaum einzugreifen. Ihr fehlt es an Geld, Leuten und Durchsetzungskraft. Manchmal gehen die Behörden mit Gewalt gegen illegale Siedlungen vor, lassen Hütten mit Bulldozern niederwalzen und zwingen die Menschen zum Verlassen des Gebietes. Manchmal verdrängen sie das Problem einfach. Die soziale Spannung in Papua-Neuguinea ist groß.
Kampagnen gegen Armut: Die Lutherische Kirche in Papua-Neuguinea
 | | Foto: NMZ /mk |
Die Evangelisch- hat zahlreiche Programme für Jugendliche, die die Gemeinschaft fördern und zur Orientierung beitragen können.
Jetzt kommt eine neue, soziale Aufgabe auf die Kirche zu: Sie hilft Familien, die vom Klimawandel betroffen sind.
Die Folgen in der Pazifikregion sind bitter. Menschen müssen ihre Heimatinseln verlassen, weil sie durch den Anstieg des Meeresspiegels unbewohnbar werden.
Das Beispiel Papua-Neuguinea zeigt: Der Klimawandel ist global. Die reichen Länder im Norden sind die Hauptverursacher. Aber die Last tragen Menschen in ärmeren Weltregionen. Ihnen fehlen Geld und Wis- sen, um die Klimafolgen aufzufangen.
Informationen im NMZ
Das Nordelbische Missionszentrum unterstützt die Arbeit der Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea, besonders Projekte zur Unterstützung von Klimaflüchtlingen und zur Bekämpfung von Armut.
Informationen
Pastor Martin Krieg
Referat Papua-Neuguinea/Ozeanien
Telefon 040 / 881 81-311
m.krieg@nmz-mission.de
Unser Spendenkonto
Nordelbisches Missionszentrum (NMZ)
Konto-Nr. 27 37 5
Evangelische Darlehnsgenossenschaft (EDG)
BLZ 210 602 37
Projekt: Klimaflüchtlinge Ozeanien
"mitmischen": Die Zeitung zum Thema
 Schatten im Paradies - Papua-Neuguinea
Mehr zum Thema in der Jugend-Zeitung "mitmischen".
Schulen, Jugend- und Konfirmandengruppen können mehrere Exemplare anfordern.
Info im Internet
Vom Auswärtigen bis zur Pazifik Konferenz: Hier gibt es Informationen zu Gesellschaft, Politik, Kultur und Klimawandel im Web.
Auswärtiges Amt
Die wichtigsten Informationen der Bundesregierung über Papua-Neuguinea.
Infostelle Klimagerechtigkeit
Infos über Klimawandel, globale Gerechtigkeit und die Bekämpfung der Armut. Unter anderem hat die Infostelle Klimagerechtigkeit den FlugFairCare-Fonds eingerichtet. Wer fliegt und dadurch das Klima belastet, kann zum Ausgleich in den Fonds einzahlen. Damit werden Klimaschutzprojekte gefördert.
Lebenswelten-Blog
Eva bloggt zum Klimawandel. Für alle, die ihre Gedanken und Statements lesen und vielleicht Kommemtare posten wollen:
Blue Planet
Infos, Aktionen und Ideen für Jugendliche, unter anderem mit Klima-Quiz, Online-Lexikon und Klima-Orakel.
Jugendbündnis Zukunftsenergie
Das will eine vollständige Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen erreichen: zum Beispiel Sonne, Wind, Wasserkraft.
Pazifik-Informationsstelle
Beiträge über wirtschaftliche, soziale und ökologische Themen in allen Pazifikstaaten. Ein Schwerpunkt sind Organisationen, die unabhängig von den Regierungen arbeiten, zum Beispiel Friedens- und Umweltgruppen oder die Kirchen. An der Pazifik-Informationsstelle ist auch das Nordelbische Missionszentrum beteiligt.
Pazifische Konferenz der Kirchen (PCC)
Die ökumenische Organisation vertritt die Kirchen im Pazifik. Sie befasst sich mit den Themen der Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Aktuell setzt sie sich für die Rechte von Klimaflüchtlingen im Pazifik ein.
|