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Infostelle Klimagerechtigkeit im NMZ
www.klimagerechtigkeit.de
Interview
"Was hat Ökumene mit Klima zu tun?"

Hamburg / Breklum - Martin Haasler, Referent für Kirchlichen Entwicklungsdienst im NMZ und Fachleiter der Infostelle Klimagerechtigkeit, zum Thema Klima und Ökumene.
Beim Jahresfest der Ökumene in Breklum wird die Nordelbische Klimakampagne eröffnet. Was hat Ökumene denn mit dem Thema „Klima“ zu tun?
Haasler: Ökumene heißt, dass Menschen rundum den Globus miteinander in Verbindung stehen und sich austauschen über das, was ihnen wichtig ist, was sie bewegt, was sie hoffen und woran sie glauben. Und der Klimawandel wirkt sich auf alle Formen und Räume unseres Lebens aus.
Hinzukommt: Der Klimawandel ist keine Naturkatastrophe wie ein Vulkanausbruch oder ein Erdbeben, sondern er ist vom Menschen verursacht. Wir greifen in Gottes Schöpfung ein. Damit stellt sich die Frage nach unserer Verantwortung. So kommt die Klimagerechtigkeit ins Spiel.
Was genau ist eigentlich mit Klimagerechtigkeit gemeint?
Haasler: Klimagerechtigkeit ist ein Handlungsziel, das ökologische und soziale Fragen zusammenbringt. Alle Menschen gehören zu Gottes Schöpfung. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen einzuengen oder ihm gar die Möglichkeit zu leben zu nehmen.
Genau dies aber geschieht im Klimawandel. Menschen müssen ihr Zuhause verlassen, weil ihre Inseln im steigenden Meeresspiegel untergehen, weil Stürme ihre Häuser zerstören, weil Dürren oder Überschwemmungen ihre Ernten vernichten und so weiter.
Das Ungerechte ist, dass diejenigen am stärksten davon betroffen sind, die durch ihren Lebensstil bzw. ihren CO2-Ausstoß am wenigsten zum Klimawandel beitragen.
Welche besonderen Kompetenzen hat das NMZ, um Beiträge zur Klimagerechtigkeit zu leisten?
Haasler: Im NMZ laufen die Fäden ökumenischer Partnerschaften zusammen. So können wir hier in Norddeutschland z.B. wissen, was Dürre und Ernteverluste für die Menschen in Ostafrika bedeuten oder wie es den Leuten auf den unaufhaltsam untergehenden Inseln im Pazifik ergeht.
Dabei geht es um mehr als um Nachrichten. Es geht um die Zusammengehörigkeit und um geschwisterliche Verbundenheit in der Einen Welt, in der Gott uns leben lässt. Das ist unser Ansporn, uns für Klimagerechtigkeit starkzumachen, zum Beispiel durch die Einrichtung der Infostelle Klimagerechtigkeit.
Was soll genau die Klimakampagne leisten?
Haasler: Unter dem Kampagnenmotto „Kirche für Klima“ haben wir zwei große Vorhaben: Wir möchten, dass unsere Kirche ihren CO2-Ausstoß deutlich senkt. Bezogen auf das Jahr 2005 wollen wir bis 2015 ein Viertel weniger in die Luft blasen.
Das heißt: weniger Öl und Gas verheizen, weniger Diesel und Benzin verfahren und möglichst nur noch Strom nutzen, der nicht aus Kohle, Öl und Gas gewonnen wird. Wir müssen uns einiges einfallen lassen – in Hinblick auf unsere Häuser, unsere vielen Autofahrten und natürlich auf unsere Energienutzung.
Das zweite große Anliegen der Kampagne ist, dass wir als Kirche deutlich machen, warum wir all das tun. Hierbei geht es um Schöpfungstheologie und Klimagerechtigkeit.
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Infostelle Klimagerechtigkeit
/ Hintergrund
Die Infostelle hat sich zum Ziel
gesetzt, den Zusammenhang
zwischen Klimawandel, globaler
Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung
sichtbar zu machen.
Sie entwickelt CO2-Kompensationsprojekte
in den Ländern unserer
Partnerkirchen und informiert in
Veranstaltungen über die
weltweiten Zusammenhänge.
Es gibt sie seit 2005.
Kontakt und Info
Pastor Martin Haasler
Kirchlicher Entwicklungsdienst im Nordelbischen Missionszentrum
Telefon (0 40) 8 81 81-2 43
m.haasler@nmz-mission.de
( 10. Juni 2010 )



