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Das Jahresfest der Ökumene 2011
am 25. und 26.
Juni in Breklum
Armutsfalle Kinderarbeit
Rund 250 Millionen Kinder arbeiten weltweit, über 100 Millionen davon in Indien. Nirgendwo arbeiten mehr Kinder als hier, zum großen Teil unter Bedingungen, die laut internationalen Abkommen verboten sind.
Besonders hart trifft das Kinder in Orissa. Fernab der großen Metropolen gelegen, zählt Orissa zu den ärmsten Regionen des indischen Subkontinents.
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| Ohne Bildung hat er kaum eine Chance: Yannadi Junge in Orissa (Foto: v.d.Heyde / NMZ) |
Armutsfalle Kinderarbeit
Das liegt auch daran, dass staatliche Mittel oft nicht vor Ort ankommen. So entsteht ein Teufelskreis, der seit Generationen wirkt: Armut schafft Kinderarbeit, und Kinderarbeit schafft Armut. Ohne Bildung gibt es keinen hier Ausweg.
16 Dorfgemeinschaften in Orissa wollten Kinderarbeit nicht länger hinnehmen. 1991 schlossen sie sich zusammen und bauten für ihre Kinder eine Grundschule, die bis zur fünften Klasse führt. Sie liegt in Kachapaju, einem entlegenen Dorf in den Bergen Orissas.
Bildung für jedes Kind
Das ist ein gewaltiger Erfolg. Seit die Eltern die Fortschritte ihrer Kinder sehen, kämpfen sie für mehr Schulen und eine bessere Weiterbildung. Gemeinsam bauten sie zunächst eine zweite Schule in Darasingh, einem kleinen Dorf im südlichen Bergland von Orissa.
Alle Familien beteiligten sich mit fünf Rupien (circa 10 Cent), damit eine Plane für das Dach angeschafft werden konnte. Die Mütter nähten Schuluniformen, und die Schule in Kachapaju stellte einen Lehrer. 2005 startete in Darasingh der Unterricht. Seither sitzen hier Tag für Tag 91 Kinder dicht gedrängt auf dem Boden ihrer Grundschule und lernen - statt zu arbeiten.
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| Schule in Darasingh (Foto: v.d.Heyde / NMZ) |
Schuldknechtschaft: Moderne Sklaverei für "Adivasi"
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| Statt Arbeit: Diese Kinder haben einen Platz in der Schule in Darasingh (Foto: v.d.Heyde / NMZ) |
Die rund 80 Millionen Adivasi stehen außerhalb des Kastensystems und zählen zu den Ärmsten des Landes. Weil sie kaum finanzielle Reserven haben, geraten viele in eine Schuldenfalle, die zu lebenslanger Schuldknechtschaft führt.
Nicht selten verkaufen Adivasi aus Not auch die Arbeitskraft ihrer Kinder. Adivasi wissen, welchen Wert Bildung für ihre Zukunft hat. Sie wollen Bildung nicht in Konkurrenz zur Arbeit ihrer Kinder setzen. Arbeitende Kinder entlasten ihre Familien zwar finanziell, sie geraten aber in eine Sackgasse.
Für Chancengleichheit kämpfen
In Orissa bilden die Dorfgemeinschaften heute ein starkes Netzwerk. Die Schulen in Kachapaju und Darasingh sind bestes Beispiel für die Kreativität dieses Netzwerkes.
Die Dorfgemeinschaften kämpfen darum, den Zugang und die Qualität der Ausbildung in den weiterführenden staatlichen Schulen zu verbessern. Denn die hoch motivierten Kinder sollen auch nach der Dorfschule noch gute Chancen erhalten.
Ohne Unterstützung können die Adivasi dieses Ziel kaum erreichen. Das NMZ setzt sich besonders für die Ausbildung und Chancengleichheit der Adivasi-Völker ein. Als verlässlicher Partner in der Entwicklungszusammenarbeit gibt es zweckgebundene Mittel der Kirche und Spenden von Privatpersonen weiter.
Bildung ist kein Luxus
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| Geht auch ohne Tische und Stühle: Kinder lernen in Kachapachu / Indien (Foto:v.d.Heyde / NMZ) |
Die Organisation setzt auf Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, das Bildungsprogramm ist Hilfe zur Selbsthilfe. Das gemeinsame Ziel heißt: Alle Adivasi-Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren gehen in die Schule. Über 1.000 Kinder wurden Dank dieses Schulprogramms bereits aus Kinderarbeitsverhältnissen befreit.
Die Bildungsmisere des Schulsystems im ländlichen Raum führt in der Regel zu Kinderarbeit und lebenslanger Armut.
Orissa ist nicht der einzige Bundesstaat in Indien, in dem das so ist. Das Beispiel Orissa zeigt jedoch: Armut muss und darf kein Hindernis für die Entwicklung und für die Ausbildung von Kindern sein.
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| Kinder wollen auch spielen: selbst gebauter Spielzeug-Laster (Foto: v.d.Heyde / NMZ) |
(Autoren: Eberhard von der Heyde (Indienreferat) und Doreen Gliemann (Neue Medien).
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